Seit Beginn unserer Forschung haben wir uns in der Arbeit mit Sportlern vor allem vor den regenerativen Effekten, die CBD den Sportlern bieten kann, einiges erwartet. So haben wir basierend auf dem vorhandenen Studienmaterial Feldforschung betrieben. Wir haben dazu mit Sportlern aus verschiedensten Sportarten sowie Masseuren und Physiotherapeuten zusammen gearbeitet. Vor der Behandlung nahmen die Sportler, die allesamt unter starken trainingsbedingten Muskelspannungen litten, CBD-Tropfen unter die Zunge. Die erste Testreihe mit RAW CBD-Öl mit Hanföl als Trägersubstanz mit einem CBD-Gesamtgehalt von 4 bzw. 2,9% lieferten keine nennenswerten Veränderungen. Der THC-Gehalt dieser Öle lag bei 0,2%. Die Vermutung liegt nahe, dass durch den hohen Gehalt von CBDA, der inaktiven Vorstufe von CBD und dem niedrigen Gehalt an CBD die Wirkung ausblieb.

 

Die zweite Testreihe lief bereits vielversprechender. Hier wurde ein Vollspektrum Hemp Extract (co2 extrahiert) mit einer Mischung aus MCT-Öl und Schwarzkümmelöl verwendet. Der CBD-Gehalt lag bei 8%, der CBDA-Gehalt lag bei 0,4% sehr niedrig. Der THC-Gehalt lag bei 0,03%. Hier bekamen wir von 4 der 5 Testpersonen ein positives Feedback. Die Massage wurde als deutlich angenehmer empfunden. 

 

Die dritte und letzte Testreihe bestand aus einem Zwei-Komponenten-Produkt. Zuerst nahmen die Sportler 10 Tropfen einer Pflanzentinktur aus verschiedenen Endocannabinoidfördernden Pflanzen. Die Tinktur war auf Alkoholbasis (66%). Eine Minute nach der Einnahme nahmen die Sportler einen Vollspektrum Hemp Extract (fractional distillation, decarboxillation, dewaxed). Als Trägersubstanz wurde Kürbiskernöl verwendet. Der CBDA-Gehalt lag bei 0,031% und der THC-Gehalt bei 0,0007 %. Bei dieser Kombination haben alle 8 Testpersonen einen positiven Effekt angegeben. 

 

In unseren anonymisierten Fragebögen haben wir einerseits das Feedback der Athleten bekommen, auf der anderen Seite haben wir auch die Therapeuten um ihre fachliche Meinung dazu gebeten. Sie berichteten von einer verringerten Stressreaktion der Patienten. Diese Stressreaktion erfolgt in Form einer Schutzspannung des Muskels. Der menschliche Körper reagiert auf bevorstehenden Schmerz, wie er zum Beispiel bei einer harten Sportmassage ausgelöst wird, mit einer unbewussten zusätzlichen Anspannung. Dies macht es für den Therapeuten einerseits schwierig, da er oft nicht tief genug in den Muskel gelangen kann, auf der anderen Seite ist es für den Patienten schmerzhaft, weil der Druck für die Behandlung erhöht werden muss. Durch die Reduktion dieser Schutzspannung kann der Therapeut tiefer in den Muskel arbeiten, der Patient empfindet die Behandlung als angenehmer. 

 

Als Grund für diese erfreulichen ersten Tests vermuten wir mehrere Faktoren: Vorrangig schreiben wir diese Effekte den krampflösenden Eigenschaften von Cannabidiol (CBD) zu. Studien zeigen, dass CBD beim Einsatz von schweren Spastiken und Epilepsie herausragende Ergebnisse gezeigt hat. Einen weiteren Anteil könnte die analgetische (schmerzstillende) und die antiinflammatorische (entzündungshemmende) Wirkung von CBD haben. Letztere dürfte allerdings lediglich einen langfristigen Effekt haben und keinen Einfluss auf das Empfinden während der Behandlung haben.

 

Auch deuten diese Tests darauf hin, dass ein niedriger CBDA- und THC-Anteil der Schlüssel zum beobachteten muskelentspannenden Effekt darstellt. 

 

Diese Tests liefern einen ersten positiven Ansatz für einen sinnvollen Einsatz bei der Behandlung von Leistungssportlern.

 

Studien

(28)Hussain S.A., Zhou R., Jacobson C., Weng J., Cheng E., Lay J., Hung P., Lerner J.T., and Sankar R.: Perceived efficacy of cannabidiol-enriched cannabis extracts for treatment of pediatric epilepsy: A potential role for infantile spasms and Lennox–Gastaut syndrome. Epilepsy & Behavior, Volume 47, June 2015, pp. 138-141 Link
(29)Jones, N. A., Hill A. J., Smith I., Bevan S. A., Williams C. M., Whalley B. J., and Stephens G. J.: Cannabidiol Displays Antiepileptiform and Antiseizure Properties In Vitro and In Vivo. Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, 2010 Feb; 332(2): 569–577 Link