was ist cannabidiol (cbd)

Cannabidiol, kurz  CBD genannt, ist ein relativ spät entdecktes Cannabinoid aus der Hanfplanze. Cannabidiol wird zu den sogenannten Cannabinoiden gezählt. Cannabinoide sind Wirkstoffe, die hauptsächlich in der Hanfpflanze (Cannabis sativa bzw. Cannabis indica) gefunden wurden. Die bekanntesten Cannabinoide sind Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Letzteres ist für die berauschenden Effekte von Hanfpflanzen verantwortlich. Cannabidiol ist jenes Cannabinoid, dem das meiste medizinische Potential zugesprochen wird. Im Vergleich zu vielen anderen Pflanzenwirkstoffen wurden die Cannabinoide erst relativ spät erforscht. Erst in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelang es Forschern, die Struktur von Cannabidiol und THC zu entschlüsseln.

wie wirkt cbd?

Entgegen der verbreiteten Meinung bindet CBD nicht vorrangig an die klassischen Rezeptoren CB1 und CB2, sondern interagiert hauptsächlich mit dem G-Protein Coupled Receptor GPR55, dem Peroxisome Proliferator-Activated Receptor gamma (PPARγ) und Ionenkanälen wie den Vanilloiden Transient Receptor Potential Channels (TRPV1, TRPA1).

CBD ist ein vollständiger Agonist des Transient Receptor Potential Vanilloid Typ 1 (TRPV1), der eine wichtige Rolle bei der Reaktion auf heiße (zB kochendes Wasser) und gesundheitsschädliche Substanzen spielt. TRPV1 ist ein Nozizeptor: Wenn der Rezeptor ausreichend stimuliert wird, werden Signale ans Gehirn gesendet. Hierdurch wird eine Reihe von automatischen Reaktionen ausgelöst, einschließlich der Schmerzempfindung.

 

Verschiedene Cannabinoide, inklusive der Endocannabinoide Anandamid und N-Arachidonyl-Dopamin (ein Agonist des CB1-Rezeptors), beeinflussen den TRPV1-Rezeptor. Umgekehrt beeinflussen mehrere Vanilloide die Cannabinoid-Rezeptoren, unter anderem Olvanil und Pseudocapsaicin (Nonivamid), jedoch nicht Capsaicin selbst. Die enge chemische Verwandtschaft zwischen vielen Vanilloiden und Cannabinoiden hat die Forscher zu der Schlussfolgerung veranlasst, dass die Erforschung von Vanilloid-Cannabimimetika  (Substanzen, die Cannabinoide nachahmen) ein großes therapeutisches Potenzial birgt.

 

Darüber hinaus ist erwiesen, dass CBD als Agonist des 5HT1a-Rezeptors wirkt(24). Dieser Rezeptor steuert die Expression von Serotonin (5HT) im zentralen Nervensystem, und das könnte viele der angst- und depressionslindernden Eigenschaften von CBD erklären. Zudem hat CBD eine regulierende Wirkung auf die M- und Delta-Opioidrezeptoren, die für die betäubende und euphorische Reaktion während des Cannabiskonsums mitverantwortlich sind, was diesen Effekt bei dem Konsumenten insgesamt wohl verstärkt.

 

Auf CB1 und CB2 Rezeptoren (Hauptbildungsstellen von THC), wirkt CBD als nicht-kompetitiver nagativ-allosterischer Modulator von CB1. CBD ist weder ein Agonist noch eine Antagonist, sondern behindert die Bindung von THC an diese Rezeptoren(23). Dies erklärt das Fehlen psychoaktiver Nebenwirkungen und stützt die These, dass CBD in seiner Wirkungsweise der Gegenspieler von THC ist.

 

(23) R B Laprairie, A M Bagher, M E M Kelle, E M Denovan-Wright. Cannabidiol is a negative allosteric modular of the cannabinoid CB1 receptor. British Journal of Pharmacology, 27. July 2015 Link

(24) Russo EB, Burnett A, Hall B, Parker KK. Agonistic properties of cannabidiol at 5-HT1a receptors. Neurochempcal Res. August 2005 Link

 

CBD im leistungssport

Dass Sportler überhaupt von den positiven Eigenschaften von CBD profitieren können, ist relativ neu. Erst mit 1. Januar 2018 hat die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) Cannabidiol als einziges Cannabiniod von der Dopingliste gestrichen. Das zweite bekannte Cannaboniod, das THC bleibt weiterhin auf der Liste der verbotenen Substanzen. 

 

 Auch wenn die Einnahme von THC aufgrund seiner psychoaktiven und müde machenden Wirkung für Sportler ohnehin nicht sinnvoll wäre, die Einnahme ist und bleibt illegal und könnte bei einem Dopingtest beim Überschreiten des festgelegten Grenzwerts zum Problem werden. Deshalb ist es für Wettkampfsportler unbedingt wichtig, auf die Qualität des Produkts zu achten. Laut Gesetz dürfen CBD-Produkte nämlich in manchen Ländern bis zu 1% THC-Anteil haben, um legal und als "THC-frei" verkauft zu werden. Deshalb ist der Passus "THC-frei" auch mit Vorsicht zu genießen. 

 

Da THC eine sehr lipophile (fett liebende) Substand ist, speichert sie sich im Körper ein und es dauert relativ lange, diese wieder abzubauen. Da Sportler CBD regelmäßig verwenden, kann es durchaus sein, dass man auch bei geringen Konzentrationen von 0,2% THC den dopingrelevanten Grenzwert überschreiten. Deshalb raten wir beim Kauf zu großer Vorsicht. Vor dem Verkauf von CBD-Produkten sollten sich Sportler unbedingt vergewissern, dass die Produkte frei von THC sind. Seriöse Anbieter lassen jede Charge von einem akkreditierten Labor auf den THC-Gehalt überprüfen. 

 

Cannabidiol wird unter anderem folgende Eigenschaften zugesprochen:

  • CBD kann schmerzlindernd wirken.
  • CBD kann entzündungshemmend wirken.
  • CBD kann hilfreich bei Angstzuständen sein.
  • CBD kann bei der Regulierung von Emotionen und emotionaler Gedächtnisverarbeitung hilfreich sein.
  • CBD kann positive Auswirkungen bei unvorhergesehenen Stress-Sitationen haben.
  • CBD kann bei Schlafstörungen hilfreich sein.
  • CBD kann als Zellschutz wirken und das Immunsystem stärken.
  • CBD kann zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten beitragen.
  • CBD kann zur Verbesserung der Stimmung beitragen.
  • CBD kann bei der Heilung von Verletzungen wie Knochenbrüchen unterstützend wirken.